Barrierefreies und rollstuhlgerechtes Wohnen

Viele der ehemaligen Behelfsheime im Grüngürtel werden heute von Rentnern bewohnt. Sie haben sich bewusst dazu entschlossen in ihrem Haus zu bleiben, denn sie haben für ihr Alter vorgesorgt. Die Häuser wurden so umgebaut, dass alle Räume barrierefrei erreichbar sind. Bei den meisten Bewohnern steck in den umbauten Häusern ihre gesamte Altersvorsorge.
Die Menschen möchten selbständig und unabhängig sein und bleiben. Sie fallen, nach eigenen Aussagen, keinem zur Last, sie verschwenden keine Steuern und nehmen jungen Menschen und Familien keine von den knappen und bezahlbaren Wohnungen in Kiel weg.

Und dann gibt es noch ein Haus was von einer Rollstuhlfahrerin und ihrem Mann bewohnt wird. Das Grundstück und das Haus sind seit Jahrzehnten im Familienbesitz. Es wurde legal mit Baukarte und damaligen üblichen Genehmigungen erbaut und wir seit dieser Zeit bewohnt.
Die nette Dame und ihr Mann wohnen seit dem Tod des Vaters von Frau G. in ihrem ehemaligen Behelfsheim und haben dieses den besonderen Bedürfnissen von Frau G. angepasst. Das Ehepaar ist jetzt voller Sorge wie es mit ihrem Haus weiter gehen soll. Müssen sie auch ihr geliebtes Zuhause in spätestens 10 Jahren abreißen. Und wo finden sie dann hier in Kiel eine neue Bleibe die rollstuhlgerecht ist und die sie auch bezahlen können? Leider nimmt unsere Verwaltung auf persönliche Schicksale keine Rücksicht. Der Abriss der Häuser ist laut Amt für Bauordnung eine Verwaltungsentscheidung und zum Wohle der Allgemeinheit.

 

Nachtrag zum Artikel:
wir haben lange überlegt ob wir diesen kurzen Artikel überhaupt veröffentlichen sollen. Nachdem wir mit dem Ehepaar gesprochen haben ist Frau G. leider an ihrer schweren Krankheit verstorben. Auch auf diesem Wege wollen wir der gesamten Familie unser aufrichtiges Beileid aussprechen.

Wir haben uns jetzt dafür entschieden, weil wir wissen, dass auch die Bauverwaltung sich regelmäßig auf dieser Seite informiert. Wir hoffen, dass sie dem Witwer und der gesamten Familie G. den Raum und die Zeit gibt um angemessen zu trauern. Ebenso hoffen wir, dass in dieser schweren Zeit von weiteren Maßnahmen wie z.B. Begehungsterminen, Abrissverfügungen, Unterlassungsschreiben usw. Abstand genommen wird.