Seit 70 Jahren mein Zuhause…

Wie die Stadt Kiel mir einen Duldungsvertrag im Rahmen des Konzeptes „Wohnen im Grünen“  für mein Elternhaus anbot:

Eines Morgens klingelte es an der Tür…eine Frau vom Bauordnungsamt der Stadt Kiel kam wegen meiner Fäkaliengrube, und meinte, das diese nicht erlaubt sei. Da es mir an diesem Tag nicht in den Zeitplan passte, bat ich sie um einen Termin.
Daraufhin kam ein Schreiben vom Bauordnungsamt mit Forderungen wie Dichtigkeitsprüfung der Grube, Unterlagen vom Schornsteinfeger, Baugenehmigung fürs Häuschen etc.
Alle Unterlagen habe ich angefordert und auf dem Postwege eingereicht. Daraufhin bekam ich ein Schreiben vom Amt mit dem Duldungsvertrag.
Auf dieses Schreiben hin rief ich nochmals beim Amt an, weil ich die Ausformulierung des vorliegenden Vertrages als Knebelvertrag empfand.
Aussage der Sachbearbeiterin des Bauordnungsamt: das sei ja auch erwünscht und das solle so sein.
Daraufhin habe ich einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der diesen Vertrag nochmals angefochten hat.
Es folgte ein Schreiben vom Amt, das der Vertrag nicht verhandelbar sei.
Mit diesem Schreiben war eine dreiwöchige Frist gesetzt, und angedroht das Wohnrecht zu entziehen, und die Möglichkeit einer  Abrißverfügung  erwähnt.
Nach Rücksprache mit meinem Anwalt unterschrieb ich diesen Vertrag mit der Auflage einer zweiten Dichtigkeitsprüfung inklusive einer neuen Beschichtung der Grube, wegen angeblicher Durchlässigkeit.
Die Firma die die Dichtigkeitsprüfung durchführte sagte am Telefon, das ich bis zum Zulauf des Fallrohres mit befüllt werden müsste. Die Leute die zur Dichtigkeitsprüfung kamen sagten dann jedoch das die Grube doch bis obenhin befüllt werden müsste. Da ich aber nur eine kleine Teichpumpe habe dauerte das Befüllen zwei bis drei Stunden. Die Wartezeit musste ich auch zusätzlich bezahlen…ca. 300 Euro extra.
Die Firma die die Beschichtung durchführen sollte musste wegen der Neutralität eine andere Firma sein. Diese Firma musste ich mir selber suchen. Insgesamt waren das  also Kosten  (Abpumpen der Grube, Dichtigkeitsprüfung zweimal, pro Prüfung ca. 900 Euro, plus 300 Euro Wartezeit, Beschichtung 1000 Euro,) von 3100 Euro.
Dies alles trug sich innerhalb ca. eines halben Jahres zu.
Ich bin Rentner mit einer sehr kleine Rente, Mitte 70, meine Familie lebt seit 70 Jahren in dem Haus, ich selbst habe von Kindheit an mit einer kurzen Unterbrechung dort gelebt. Dieser Ort war immer mein Zuhause.

Mein Anwalt hat auf Anfrage beim Bauamt, wo ich denn in 10 Jahren wohnen solle, weil ich mir mit meiner kleinen Rente keine geeignete Wohnung leisten kann, versucht Änderungen bezüglich Vertragslaufzeit und anderem zu verhandelt. Die Stadt Kiel antwortete ihm daraufhin, das der Inhalt des Vertrages nicht verhandelbar sei.

Daraufhin kam jedoch noch ein Schreiben der Stadt, das Kiel als soziale Stadt nach Ablauf der 10 Jahres Frist einen dann über 80jährigen Herrn nicht zu einem unfreiwilligen Wohnungswechsel veranlassen wird. Und das die Stadt Kiel stets bemüht ist sozialverträgliche Lösungen zu finden…

zusicherung