Kleingärtner in Kiel gefährdet?

Wer morgens um diese Jahreszeit im Nebel durch den Grüngürtel geht, sieht nicht viele Menschen in ihren Gärten oder Wohnhäusern. Aber manchmal hat man nette Begegnungen und interessante Gespräche.
Wie im Kleingartenverein Kiel Gaarden-Süd. Der Kleingärtner erzählte, dass er schon vierzig Jahre seinen Garten bewirtschaftet und dass es noch nie so viele Lehrstände im Verein gab. Mittlerweile kümmert er sich um drei Kleingärten und pflegt sie,
“ damit nicht alle verwildern“. Er sprach davon, dass nicht alle Kleingärtner sich die erhöhte Pacht und die Sonderzulage leisten können und viele der Älteren und sozial Schwächeren ihren Garten einfach nicht mehr finanzieren können und ihn deshalb nach Jahrzehnten aufgeben müssen. Aber auch jüngere Menschen oder Familien mit Kindern, die kein großes Einkommen haben, fällt der finanzielle Aspekt des  Gärtnerns nicht immer leicht und deshalb entscheiden sich viele dagegen. Er meinte, dass der neue Generalpachtvertrag der zwischen dem Kreisverband und der Stadt Kiel geschlossen wurde, von vielen Vereinen nicht umgesetzt werden kann. Es wären zu viele Auflagen und Bestimmungen die nicht mehr zeitgemäß sind. Dieses würde neue Pächter abschrecken und die Vereine in eine finanzielle Schieflage bringen. Die Sonderumlage von 35 Euro hat den Verein dieses Jahr nochmal gerettet aber ob es nächstes Jahr auch so ist weiß noch keiner. Er hofft, dass es ein Umdenken bei der Stadt gibt, damit gärtnern für alle Kieler wieder Interessant und finanziell machbar wird.

Dazu noch ein Artikel aus der Kieler Nachrichten vom 30.09.2015

Nebel im Grüngürtel

Nebel im Grüngürtel