wir über uns

Wer sind wir:

Wir sind Bewohner und Nutzer von ehemaligen Behelfsheimen in Kiel, welche durch Abrissverfügungen durch die Verwaltung der Stadt Kiel im Rahmen einer Massnahme gegen „Wohnen im Grünen“ zerstört werden sollen. Wir haben eine Bürgerinitiative „Zuhause im Grüngürtel“ gegründet um uns gegen diese Abrissverfügungen zur Wehr zu setzen. Diese sogenannten Behelfsheime wurden während des Krieges und nach Kriegsende mit einer Baukarte errichtet.

Baukarte

Um der großen Wohnungsnot Herr zu werden, wurde die Baukarte von der Stadt Kiel zu der Zeit dem weitaus aufwendigeren Verfahren der Baugenehmigung vorgezogen, und die Gebäude auf Anweisung der Stadt Kiel errichtet. Die Baukarten gehörten zum Hilfsprogramm des Deutsche Wohnungshilfswerk .
Leider wurde es in den folgenden 70 Jahren versäumt, eine rechtliche Grundlage dafür zu schaffen.
Derzeit werden wir von der Stadt Kiel gewaltig unter Druck gesetzt. Es wird dort behauptet, unsere Häuser wurden illegal erbaut, und Betroffene werden werden unter Androhung von Zwang und mittels gezielter Einschüchterung zum Unterschreiben eines rechtlich mehr als fragwürdigen Vertrages gedrängt.
Über diesen Vertag sagte unser Bürgermeister Todeskino selbst gegenüber der Kieler Nachrichten das er einvernehmlich mit den Betroffenen geschlossen werden soll…das derzeitige Auftreten der Stadtbediensteten bestätigt das definitiv nicht.
Wir haben als Betroffene diese Bürgerinitiative gegründet, um uns gegenseitig zu informieren und zu unterstützen , wie auch um im Sinne aller erneut mit der Stadt Kiel zu verhandeln.
Zudem ist es uns ein Anliegen die Öffentlichkeit von diesen Vorgängen zu Informieren, da wir bemerken, das hier das meiste bisher sehr intransparent und hinter verschlossenen Türen abgehandelt wurde, was uns ein wenig an Aktivitäten des Bürgermeisters vor 4 Jahren in Russee erinnert.
Das Vorgehen des Bauordnungsamtes und der Duldungsvertrag wurde vom Rat der Stadt Kiel bis heute nicht abgesegnet, siehe Ratsinfo von 2013 ( aktueller Stand auf der Seite der Stadt Kiel vom 29.04.2014. angehängt an dieses Dokument sind Duldungsvertragsentwurf und ein Erhebungsbogen …Seite unten)

Wir verstehen uns als Nachfolgeorganisation der Bürgerinitiative „Bürgerinitiative gegen Wohnraumzerstörung“, die sich 1984 gegründet hat, und sechs Jahre für sozialverträgliche Verträge mit der Stadt Kiel gekämpft hat. Wir wollen faire Verhandlungen welche die bestehenden Bedingungen weder für uns noch für die Stadt Kiel verschlechtern.

Behelfsheim-Antrag

Wir leben hier im Einklang mit der Natur im Kieler Grüngürtel, einer ökologischen Enklave.
Hier gibt es eine große Artenvielfalt von Vögeln, Fledermäusen , Insekten und Pflanzen. Hier kommen Rehe bis in den Garten , Stockenten ziehen ihre Jungen groß, und Vogelarten wie Spatzen, Kleibern Kernbeißer, Turmfalken, Spechte und Eichelhäher, die im Innenstadtbereich nur selten zu sehen sind haben hier ihr Zuhause gefunden. Viele Bewohner des Grüngürtels nehmen regelmäßig an den Vogelzählungen des NABU teil.
Nachbarn pflegen noch Nachbarschaft miteinander, leben miteinander, und sind füreinander da ; ob es mal einen Einkauf mit bringen , oder auf des Nachbars Haus aufpassen ist.
Hier können Kinder noch naturbezogen aufwachsen, lernen und sich entfalten.
Diese Möglichkeiten und Grundwerte möchten wir erhalten und weitergeben.
Uns ist bekannt, dass in Kiel und im Kieler Umland bezahlbarer Wohnraum fehlt.
Bis zum Jahr 2024 sollen sogar bis zu 9000 fehlenden Wohneinheiten entstehen…

Wir verstehen nicht das parallel dazu unsere Heime abgerissen werden sollen!?

Des Weiteren gibt es in Kiel Aktivitäten zu einem „Kleingartenentwicklungskonzept”, das im letzten Jahr ( 2014) im Auftrag der Stadt Kiel in Planung gegangen ist. Derzeit ist wenig Verbindliches dazu zu erfahren, dies wird damit erklärt, das es sich ja noch in der Planungsphase befindet. Bei den Kleingärtnern , die ja häufig unsere Nachbarn sind, regt sich jedoch auch vermehrt Unmut und Misstrauen, vor allem, da seit Beginn dieser Städteplanerischen Aktivitäten auch dort vermehrt Repressalien angewendet werden, und vom Verpächter der Stadt Kiel eine noch rigidere Gartenordnung im Zuge des neuen Generalpachtvertrages von 2014 etabliert wurde.

Wir fragen uns, wieso bestehende, gesunde Strukturen abgebaut und zerstört werden müssen um etwas neues zu schaffen, anstatt das schon Bestehende mit neuen Ansätzen zu ergänzen.

Wir fragen: was haben die derzeit Regierenden mit dem Grüngürtel der Stadt Kiel vor?!… Und mit den Menschen, deren Lebensmittelpunkt dort angesiedelt ist.

Der Grüngürtel muss für alle da sein, nachhaltig und verlässlich! Erst ein Nebeneinander der unterschiedlichen Lebens-Und Projektansätze in Achtung vor geschichtlich gewachsenem und gleichzeitig offen für Neues macht eine Stadt lebenswert.

 

29.04.2015, ZIG-Kiel